Home » Inhalte

Quick links: Springe zum Inhaltsbereich der Seite, Springe zur Seitennavigation, Springe zur Suche.

Arbeit mit Flüchtlingen

Asylbewerber und Flüchtlinge begleiten und unterstützen


 Wichtige Vorbemerkung!
Wir weisen darauf hin, dass die folgenden Texte und Bilder Fremdmaterial sind. Die Informationen stammen vom Caritasverband Dresden-Meißen (www.caritas-dicvdresden.de). Das Freiwilligenzentrum Rüsselsheim stellt sie hier nur zur Verfügung, da wir der Auffassung sind, dass sie nützlich sind. Eine Broschüre ist auch unter Downloads zu finden.

Wer sind die Flüchtlinge und Asylbewerber, und was erhoffen sie?
Flüchtlinge sind Migranten, die wegen Furcht vor Verfolgung (zum Beispiel wegen Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung), vor anderen erheblichen Gefahren oder wegen Krieg ihr Herkunftsland verlassen haben. Stellen sie in Deutschland einen Asylantrag, sprechen wir von Asylbewerbern.

Über die Asylanträge entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. In günstigsten Fällen wird den Flüchtlingen der Schutz nach internationalen Bestimmungen (Genfer Flüchtlingskonvention beziehungsweise Qualifikationsrichtlinie) oder nach nationalen Rechtsvorschriften gewährt.

Für Asylbewerber und Flüchtlinge ist Deutschland ein fremdes Land. Die hiesige Kultur ist ihnen nicht vertraut. Sie kommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben und bringen ihre bitteren Erfahrungen von Armut, Verfolgung und Krieg mit. Oft sind sie seelisch erschüttert und erkrankt.

Asylbewerber und Flüchtlinge haben unterschiedliche Religionen und Weltanschauungen. Viele werden aufgrund ihrer Religion in den Herkunftsländern verfolgt. In der Regel sind keine deutschen Sprachkenntnisse vorhanden. Entsprechend der Herkunftsländer ist eine Verständigung zum Beispiel in arabisch, persisch, französisch, englisch oder russisch möglich.

Was erwartet Asylbewerber und Flüchtlinge in Deutschland? Welches sind die rechtlichen Rahmenbedingungen?
Nach ihrer Ankunft werden Asylbewerber und Flüchtlinge in einer zentralen Erstaufnahmeeinrichtung (Sachsen in Chemnitz, Thüringen in Eisenberg) untergebracht. Dort erfolgt eine Anhörung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, um die Gründe für das Asylbegehren zu prüfen. Danach werden die Asylbewerber nach einem festgelegten Schlüssel auf die Städte und Landkreise verteilt. Dabei können Familien auseinandergerissen werden. Die Unterbringung erfolgt in Flüchtlingsheimen, Wohncontainern oder Belegwohnungen meist in beengten Verhältnissen.

In den ersten neun Monaten gibt es in der Regel keine Arbeits- und Ausbildungserlaubnis, anschließend ist eine nachrangige Arbeitserlaubnis
möglich. Erst nach vier Jahren wird keine Arbeitserlaubnis mehr benötigt.

Die Sicherung des Lebensunterhalts ist im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Eine eigeneKrankenversicherung für Asylbewerber besteht nicht. Medizinische Behandlung erfolgt nur bei akuten Erkrankungen, Schmerzzuständen und Entbindung.

Ohne Anerkennung als Flüchtling gibt es keinen Anspruch auf Deutsch- beziehungsweise Integrationskurse und kein Recht auf Ehegatten- und Kindernachzug.

Asylbewerber unterliegen der so genannten Residenzpflicht, das heißt, ohne Erlaubnis dürfen sie sich nur in einer bestimmten Region aufhalten (Reisemöglichkeit nur auf Antrag).

Die durchschnittliche Dauer eines Asylverfahrens liegt derzeit bei sieben Monaten, in zahlreichen Fällen dauert es viele Jahre. Viele Asylanträge werden abgelehnt. Die Menschen müssen Deutschland wieder verlassen.

Begegnung und Begleitung
Für Asylbewerber und Flüchtlinge ist Deutschland ein fremdes Land. Sie kennen die hiesige Kultur nicht. Hier ist es wichtig, dass Anschlussmöglichkeiten geschaffen werden.

Schriftwechsel und Kommunikation mit Behörden sind für Asylbewerber und Flüchtlinge meistens nicht verständlich. Schon das Begleiten eines Asylbewerbers in eine Behörde kann eine große Hilfe sein.

Die Kinder und Jugendlichen haben einen Rechtsanspruch auf Schulbildung (unter Umständen bis 27 Jahre) und lernen die deutsche Sprache in den Vorbereitungsklassen. Sie haben aber wegen der Sprachbarrieren möglicherweise Probleme, den Anforderungen in der Schule gerecht zu werden.
Durch Hausaufgabenhilfe können die Kinder und Jugendlichen besser mitkommen und lernen so die deutsche Sprache. Man sollte darauf achten, dass
bei Klassenfahrten wegen der Residenzpflicht Genehmigungen einzuholen sind.

Was muss noch beachtet werden?
Sprachliche Verständigung ist sehr wichtig, um Missverständnissen und Konflikten vorzubeugen. Die meisten Asylbewerber und Flüchtlinge kommen aus muslimischen Ländern. Hier ist ein Grundwissen über die muslimische Religion und deren Umsetzung im Alltagshandeln wichtig, zum Beispiel bei der Nahrungszubereitung. Finanzielle Hilfen sind nützlich, dürfen aber andere Asylbewerber nicht benachteiligen (Konkurrenz, Bevorzugung) und müssen mit Augenmaß verteilt werden.

Wer kann weiterhelfen?
Es gibt viele Situationen, bei denen ehrenamtliches Engagement an seine Grenzen kommt. Dies kann in der Asylverfahrensbegleitung, im Umgang mit Behörden, bei sozialrechtlichen Ansprüchen, bei Schulproblemen, Schuldenproblemen und Suchtverhalten sein.

Unterstützung, Begleitung und gegebenenfalls Vermittlung zu anderen Institutionen bekommen Sie beim Ihrem örtlichen Caritasverband.

Druckbare Version  Diesen Artikel an einen Freund senden

[ Zurück ]